Geschichte

Die Tradition der Jugendweihe reicht weit in die Vergangenheit zurück. Mitte des 19. Jahrhunderts hat das Humanitätsideal der Aufklärung und die damit verbundene Toleranz entscheidend Einfluss auf die Entstehung der Freidenkerbewegung.

1852 wurden im nordthüringischen Nordhausen die ersten weltlichen Feiern durchgeführt. Es wird erstmals der Begriff „Jugendweihe“ für Feiern, mit der die Familien den Eintritt ihres Kindes ins Jugendalter festlich begehen, verwendet. Geistiger Vater dieser Form der Jugendweihefeier ist der Nordhäuser Pfarrer Wilhelm Eduard Baltzer, er bot damit als Erster nicht gläubigen Familien eine alternative Feier zur Konfirmation und Kommunion.

Ab 1889 wurden in Berlin und 1890 in Hamburg und Erfurt erste weltliche Schulentlassungsfeiern durchgeführt. Besonders nach dem 1. Weltkrieg gab es eine Vielfalt von Jugendweihefeiern der verschiedensten Freidenkerverbände, Arbeiterparteien und Gewerkschaften.

1933 werden die fortschrittlichen freireligiösen Verbände und Vereine und ihre Jugendweihefeiern verboten. Schon 1946 finden wieder Jugendweihefeiern in Deutschland, von Freidenkern ins Leben gerufen, statt.

1954 wurde auf Initiative der SED der Zentrale Ausschuss für Jugendweihe gegründet. 1955 werden die ersten sozialistischen Jugendweihen durchgeführt. Während dieser Zeit bemühten sich in der damaligen BRD Freidenkerverbände die lange Tradition der Jugendweihe weiterzuführen. Nach Wegfall der DDR wurde vor allem seitens westdeutscher Politiker und Medien der baldige Tod der Jugendweihe vorausgesagt.

Im Sommer 1990 wurde die „Interessenvereinigung Jugendweihe“ gegründet. 1995 ging aus dieser Vereinigung unser Freundeskreis Jugendarbeit & Jugendweihe Unstrut-Hainich e. V. hervor und pflegt diese alte Tradition, die Vermittlung von humanistischen Auffassungen an junge Menschen und eine würdige Feier an der Schwelle zum Erwachsenwerden.